Klimaziele

Die Industrie soll bis 2030 ihre Emissionen auf 140 bis 143 Millionen Tonnen CO2 vermindern. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Integration erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz.

Grundlage für unseren Wohlstand ist eine gesunde und leistungsfähige Wirtschaft. In Deutschland sorgen täglich mehr als drei Millionen Unternehmen dafür, dass wir unseren Platz als viertgrößte Volkswirtschaft der Welt auch zukünftig behaupten. Doch wer produziert, der emittiert! Insgesamt 865,6 Millionen Tonnen Treibhausgase setzte Deutschland allein 2018 frei. Der Anteil der Industrie belief sich dabei auf rund 196 Millionen Tonnen. Auch wenn die Industrie ihre Emissionsproduktivität deutlich steigern konnte, ist die Menge der absoluten CO2-Emissionen immer noch sehr hoch und damit nicht zukunftsfähig. Vielmehr orientiert sich die Bundesregierung am globalen Leitbild der Treibhausgasneutralität und an den europäischen Klimaschutzzielen.

Dieses Ziel erfordert von Deutschland nicht nur den grundlegenden Umbau des gesamten Energiesystems, sondern auch die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien und eine weitere Steigerung der Energieeffizienz. Die Konkretisierung auf nationaler Ebene erfolgte 2016 im Beschluss des „Klimaschutzplan 2050“. In ihm konkretisiert die Bundesregierung ihre klimaschutzpolitischen Grundsätze und Ziele. So beschreibt sie die notwendigen Entwicklungspfade in den verschiedenen Sektoren, beschreibt konkret Maßnahmen und benennt vereinbarte Zwischenziele.

Unter der Überschrift „Klimaschutz in Industrie und Wirtschaft“ setzt die Bundesregierung für den Standort Deutschland auf eine Hocheffizienzstrategie zur Minderung des Ressourcen- und Energiebedarfs in der Produktion, einschließlich einer kontinuierlichen Forschung und Entwicklung zur Erschließung weiterer Potenziale. Das bedeutet den Einsatz von hocheffizienten Technologien und Anlagen, von optimierten Prozessen und Organisationsstrukturen, wie auch eine besondere Rolle von Energie- und Umweltmanagement in den einzelnen Unternehmen – unabhängig von ihrer Größe und Branche. Weitere Effekte werden im Kontext der Digitalisierung von Industrie und Produktionsanlagen erwartet, da sich Produktions- und Wirtschaftsprozesse intelligent verknüpfen lassen. Bis 2030 soll die Industrie so ihre Treibhausgasemissionen auf 140 bis 143 Millionen Tonnen CO2 –Äquivalente vermindern.

„Eines ist gerade für mich als Wirtschaftsminister klar: Geschäftsmodelle werden in Zukunft nur noch dann erfolgreich sein, wenn sie die Energiewende und den Klimaschutz mitdenken.“

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier

In der Anwendungsebene stehen bei den Unternehmen deshalb energieeffiziente Querschnitts- und Produktionstechnologien hoch im Kurs. In den letzten Jahren ist so die Vermeidung und Nutzung von Abwärme aller Temperaturniveaus verstärkt in den Fokus gerückt. Denn knapp 70 Prozent des Endenergiebedarfs der Industrie entfällt derzeit auf Brennstoffe – entsprechend hoch sind die nutzbaren Wärme- bzw. Abwärmemengen. Dennoch stößt die Nutzung wirtschaftlicher Energieeffizienzpotenziale aktuell auf Hemmnisse. Diese zu identifizierenden und abzubauen ist ebenfalls ein wichtiges Teilziel. Nicht umsonst lautet der Leitgedanke des Klimaschutzplans 2050 "Informieren, Fördern, Fordern". Denn Technologieneutral und offen für Innovationen zielt der Klimaschutzplan darauf ab, Klimaschutz mit einem Gewinn an wirtschaftlicher Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit zu verbinden.